Tusche auf Papier
56 cm x 42 cm / 24 cm x 17 cm
Der Einsatz einer AI-App zur Erschaffung von künstlichen Kindern lässt sich kunsthistorisch in eine Linie stellen mit früheren Erkundungen des Künstlichen und des Menschlichen, die bereits in der Antike und in der Renaissance aufkamen. Schon in der griechischen Mythologie finden wir Gestalten wie Pygmalion, der eine Statue erschuf, die durch göttliches Eingreifen zum Leben erweckt wurde. In der Renaissance führte der zunehmende Humanismus zu einem tieferen Nachdenken über das menschliche Wesen und den Körper, was sich in der Kunst etwa in der idealisierten Darstellung von Körpern bei Michelangelo zeigt.
Das Projekt spiegelt in gewisser Weise diese historische Entwicklung wider, jedoch mit einer zeitgenössischen Wendung: Während frühere Epochen von der Perfektionierung und Idealisierung des Menschen träumten, erlaubt die heutige Technologie, eine Art „Schöpfung“ auf unvorhersehbare und experimentelle Weise zu vollziehen. Doch im Gegensatz zu den Künstlern vergangener Jahrhunderte, die eine idealisierte Vision des Menschen suchten, ist „Artificial intelligence children“ ein Kommentar auf die Entfremdung und Identitätslosigkeit, die in dieser neuen Form der „Schöpfung“ mitschwingt.
Die AI-kreierten Kinder können als moderne Allegorie verstanden werden, die die Sorgen und Hoffnungen unserer Zeit reflektiert – eine Zeit, in der Technologie tief in unsere Vorstellungen von Leben und Identität eingreift. Hierbei wird die Ambivalenz deutlich: Die Faszination für das Neue und Unbekannte steht in einem Spannungsverhältnis zu den ethischen Fragen, die sich aus der Kreation von „identitätslosen“ Wesen ergeben. Das Projekt fordert auf, über die Grenzen und Möglichkeiten menschlicher Kreativität und Schöpfung im Zeitalter der künstlichen Intelligenz nachzudenken.












