Tusche auf Papier
101 Tuschezeichnungen 24 cm x 17 cm /
9 Tuschezeichnungen 56 cm x 42 cm
Die Arbeit „Das Leben, das sich wie der Tod schon anfühlt“ thematisiert auf eindrucksvolle Weise die existenzielle Verflechtung von Leben und Tod, eine Thematik, die seit Jahrhunderten in der Kunstgeschichte präsent ist. In dieser Auseinandersetzung wird der Schmerz der Erinnerung an vergangene Ereignisse und Menschen als zentrales Motiv genutzt, um die Nähe des Todes in alltäglichen Erfahrungen zu beleuchten.
Die Künstlerin greift hier auf das klassische Motiv des „Memento Mori“ zurück, das seit der Antike und insbesondere in der Kunst des Barock als Mahnung an die Vergänglichkeit des Lebens dient. Doch während frühere Darstellungen meist auf Symbole wie Totenköpfe, verwelkte Blumen oder Sanduhren setzten, um den unausweichlichen Tod zu visualisieren, wird in dieser Arbeit die Idee des „Memento Mori“ in das emotionale Erleben des modernen Menschen transponiert.
Der Schmerz, den der Verlust eines geliebten Menschen hinterlässt, wird hier gleichgesetzt mit einem Teil des eigenen Sterbens – eine symbolische Erfahrung des Todes, die durch die existenziellen Qualen physischer und psychischer Natur verstärkt wird. Diese metaphorische Annäherung an den Tod inmitten des Lebens zeigt, wie tief das Bewusstsein für die eigene Sterblichkeit in menschlichen Erfahrungen verankert ist.
Indem die Arbeit auch auf die physischen und psychischen Schmerzen wie Organversagen, Krankheiten oder Liebeskummer eingeht, verweist sie auf die ständige Präsenz des Todes in unserem Leben. Dieser Ansatz spiegelt eine moderne Interpretation des Vanitas-Motivs wider, bei dem die Flüchtigkeit des Lebens und die Gewissheit des Todes durch alltägliche Erfahrungen greifbar gemacht werden.
Die Aufforderung „Lebe, bevor es zu spät ist“, die in der Arbeit mitschwingt, wird so zu einem dringlichen Appell, das Leben trotz oder gerade wegen der allgegenwärtigen Todesnähe in seiner vollen Intensität zu erfahren. Diese Arbeit steht somit in einer langen Tradition der Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Daseins, bietet jedoch eine zeitgemäße Reflexion über die emotionalen und physischen Herausforderungen, die das menschliche Leben bestimmen.









