5 Malereien insgesamt, Öl auf Leinwand
100 cm x 80 cm / 90 cm x 70 cm
Die Arbeit geht der existenziellen Frage nach dem Ursprung des Lebens nach, indem sie die Vulva der Mutter – das physische Portal zur Existenz – in den Kontext der eigenen Kindheitserinnerungen stellt. Indem die Künstlerin die Vulva ihrer Mutter auf Kinderzeichnungen malt, entsteht eine vielschichtige Reflexion über die Verflechtung von Vergangenheit und Gegenwart, Körper und Geist, persönlicher Geschichte und universellem Ursprung.
In diesem Akt liegt eine tiefe philosophische Auseinandersetzung mit dem Selbst: Die Künstlerin blickt zurück auf ihre Kindheit, eine Zeit der Unschuld und des Werdens, und verbindet diese mit der Quelle allen Lebens. Das, was oft verborgen und tabuisiert wird, wird hier offen gelegt, nicht nur als biologische Realität, sondern als Ausgangspunkt für das Nachdenken über die eigene Existenz.
Die Wahl der Größe von Gustave Courbets „Der Ursprung der Welt“ ist dabei kein zufälliger Akt, sondern eine bewusste Entscheidung, die die Arbeit in einen Dialog mit der Kunstgeschichte stellt. Courbets Werk war eine radikale Darstellung des Ursprungs des Lebens, die den Betrachter zwingt, sich der Realität des Körpers und der Sexualität zu stellen. In der aktuellen Arbeit wird diese Dimension erweitert: Es geht nicht nur um den Körper als Ursprung, sondern um das Bewusstsein, das sich aus diesem Ursprung entwickelt.
Während die Künstlerin ihre Mutter als Modell wählt, wird die Mutterfigur zu einem Symbol für die universelle Frage nach dem „Woher kommen wir?“ und „Wer sind wir?“. Die Überlagerung von Kinderzeichnungen – Symbolen der Unschuld und des Anfangs – mit der Vulva verweist auf die Unauflöslichkeit des Kreislaufs von Leben und Tod, Anfang und Ende.
Durch diese Arbeit entsteht ein Raum der Reflexion, in dem die Künstlerin nicht nur ihre eigene Herkunft untersucht, sondern auch den Betrachter einlädt, über die Ursprünge der eigenen Existenz und die philosophischen Implikationen des Seins nachzudenken. Es ist eine Konfrontation mit der Realität des Lebens, die zugleich die Fragilität und die Tiefe der menschlichen Existenz offenbart.

