Tusche auf Papier
56 cm x 42 cm
In ihren detailreichen Zeichnungen entfaltet Sissi-Madelaine Schöllhuber eine dichte, beunruhigende Poesie. Ihre Bildwelten speisen sich aus dem Unbewussten, oft evoziert durch Grenzerfahrungen wie die Schlafparalyse. Hier erscheint Identität nicht als statische Konstante, sondern als fragiles, permanentes Werden. In der Serie Mimosisverschmelzen humane, animalische und florale Fragmente zu hybriden Wesen. Der von der Künstlerin kreierte Titel — eine wirkmächtige Neuschöpfung aus Mimose, Mimesis und Metamorphose — verweist auf Strategien der Anpassung, des Schutzes und der Maskierung. Die Blätter evozieren die symbolistischen Bildwelten eines Odilon Redon oder die düstere Traumlogik Alfred Kubins, übersetzen diese Strömungen jedoch in eine dezidiert zeitgenössische Ästhetik. Schöllhubers organische Verdichtungen, in denen sich Körper auflösen und ineinanderwachsen, stehen in direkter Kontinuität zu den automatischen Verfahren von Max Ernst oder Leonora Carrington.
Hendrik Bündge







Mimosis #7



